Heeeeey Leute c:

Dies ist mein ganz persönlicher, eigener Blog. Er enthält Geschichten, die von mir und meinem Leben handeln. Allerdings enthält er auch ausgedachtes, Traumwelten, eine Menge Fantasie, Songs, Sprüche etc.
Doch eins ist sicher: Mit jedem Bild, jedem Link und jedem Post möchte ich euch etwas mitteilen. Egal ob ausgedacht oder echt (:
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Montag, 30. April 2012

Gleich hinter dem Hof geht ein schmaler Fußweg ab, durch mannshohes Gras und Kräuter und Wiesenschaumkraut und Sauerampfer. Die biegsamen Grashalme kitzeln die nackten Kniekehlen, weil der Weg fast zugewachsen ist. Ein verwittertes Holzschild weist den Weg, aber die im Dorf wissen sowieso Bescheid und von außerhalb kommt niemand zum Ostersee. Es ist ein Moorsee und er hat ganz weiches Wasser, die Haut fühlt sich an wie mit Perwoll gewaschen, wenn man darin schwimmt. Das hatte er immer gesagt. Er sagt immer solche Sachen, weil er sich gern über die Fernsehwerbung lustig macht. Immer wenn sie in den See hineingewatet war, wirbelte sie automatisch den Moorgrund auf, das ließ sich garnicht vermeiden. Die Erde war so leicht und flockig und vermischte sich mit dem Wasser und färbte das Wasser braun, aber das war kein Dreck, das war Moor. In der Nähe der alten Buche gibt es einen Holzsteg, der weit hinausführt, etwas morsch schon. Sie und er sind immer bis zum Ende des Bootssteges gelaufen und von dort mit einem flachen Kopfsprung ins Wasser, dann blieb es an der Oberfläche vollkommen klar. Dann konnten sie die silbernen Fischlein sehen, die davonflitzten. Und wie die Mücken und die Falter dicht über der Wasseroberfläche flogen. Wie die Schwalben kreisten und blitzschnell tauchten, für einen Schnabel Wasser, ehe sie sich wieder davonmachten. Manchmal ist sie mit ihm um die Wette geschwommen, Kraulen, Brust und Rücken, und immer hat sie beim Rückenschwimmen gewonnen und er beim Kraulen. Dann gab es für den Sieger einen Kuss. Er hat sie im Wasser um die Taille gefasst und sie haben eine Art Schwimmtanz aufgeführt, ihre Körper glitten aufeinander zu und wieder voneinander, berührten sich, wie Fischleiber, so glatt und leicht. Er hat gesagt, du bist schön, ich mag dich, ich bin so gern mit dir zusammen. Sie hat gedacht, das gilt für immer. Sie hat ihn geküsst und umarmt, hat ihren Badeanzug heruntergestreift bis zur Taille und ihre Brüste haben ganz weiß geleuchtet und der Rest des Körpers war so braun. Ihre roten, langen Haare schwebten im Wasser. Sie hat ihren braun gebrannten Körper genossen, hat die Bewegungen im Wasser genossen, fühlte sich selbst so leicht, so biegsam, so geschmeidig. Sie ist abgetaucht und durch seine gespreizten Beine hindurchgeschwommen und dann er durch ihre Beine. Manchmal hatte sie den Mund voller Wasser und bekam einen Schluckauf. Dann mussten die Küsse warten. Wenn sie auf dem Rücken lag und toter Mann spielte, konnte sie manchmal einen Adler sehen, einen Bussard, der über dem Nachbarfeld kreiste, vielleicht hatte er eine Maus im Visier, einen Marder. Oder ein junges Kaninchen. Stundenlang konnte sie an heißen Sommertagen so im Wasser treiben, ihn neben sich. Gemeinsam beobachteten sie den Himmel, wie er sich langsam färbte und dunkler wurde, bis sie auf einmal den Mond sahen, ganz hoch am Himmel. Als hätte ihn in der Sekunde jemand dahingehängt. Nur damit es noch romantischer wird. So romantisch, dass man es kaum aushält. Schnell einschlafen, bevor die schönen Gedanken wieder entschwinden. Bevor sie daran denken muss, dass all das in der Vergangenheit liegt.

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